Vision 2010
Museums-Insel
Heilbronn
Museen-Projekt
FWV
Mai 1999
Der Stadt Heilbronn bietet sich die einmalige Chance mehrere
Museumsgebäude für Technikgeschichte
in ein Ensemble zu fassen und einen musealen Schwerpunkt, direkt am Eingang
zur Innenstadt und direkt am Neckar gelegen, zu verwirklichen.
Zusammen mit dem Neckarpark könnte dieses Museums-Ensemble den Namen der
Stadt Heilbronn als
"Stadt mit Energie"
und
"Stadt am Fluss"
weit in das Land hinaustragen.
Auf der Museums-Insel Heilbronn könnten berühmte Söhne der Stadt,
aber auch wichtige Technikgebiete die mit Heilbronn besonders eng verbunden sind,
ihren gemäßen Platz finden.
Ein harmonisches gleichwertiges Miteinander der verschieden-sten Disziplinen ist
auf der Museums-Insel Heilbronn möglich.
Diese Idee muss aber visionären Charakter haben. Sie darf keine kurzfristigen
Lösungen anstreben, sondern muss alle Kräfte guten Willens bündeln
und vereinen. Die Vision muss bis weit in die nächsten zwei Jahrzehnte
vorausdenkend hineinreichen.
Der Hagenbucher soll kein Solitär bleiben. Auf der
Museums-Insel
sind neben dem vorhandenen Gebäude, dem Hagenbucher, Zusatzbauten vorstellbar,
wobei das angestrebte dreiteilige
Museums-Ensemble
die Form eines fiktiven Schiffskörpers annehmen könnte.
Der 'Schiffsbug', zum Inselhotel hin, würde das
Neckarschiffahrtsmuseum
aufnehmen, mit direktem Blickkontakt durch Glasfronten auf den Neckar.
Das 'Schiffsheck' könnte die
Maybach-Hall(e)
(hall of fame) bilden, einen großzügig verglasten Museumsraum.
Der vorhandene Hagenbucher würde das
Robert Mayer Energiemuseum
mit integriertem
Energie-Institut
aufnehmen. Die Solar- und Windenergienutzung auf dem Dach könnte ebenso wie
der Heilbronner Flugpionier
Alexander Baumann
in und auf diesem Gebäude einen gemäßen Platz erhalten.
Die Namensgebung für das Museums-Ensemble gestaltet sich unproblematisch
neutral: Heilbronn hat ganz einfach seine
Museums-Insel
Zur Verwirklichung der Vision wäre ein Architekten-Einladungs-Wettbewerb
angebracht. Die neuen Baukörper könnten, z.B. als leichte
Flächentragwerke mit Mast und Seilkonstruktionen und großzügiger
Verglasung die erwähnten Schiffsteile 'Bug und Heck', nachempfinden.
Ein historisches Neckar-Frachtschiff, vor Anker an der früheren Reede des
Theaterschiffes, könnte einen zusätzlichen, begehbaren, musealen Teil
des Neckarschiffahrtsmuseums bilden. Im Inneren der neuen, nur 2-geschosshohen,
fabrikähnlichen Gebäude würden die Exponate auf Eingangshöhe
aber auch auf umlaufenden Galerien, ähnlich dem Deutschen Zweiradmuseum
Neckarsulm, den Besuchern präsentiert werden.
Die Beheizung der drei Gebäude ist durch die beschlossene Wärme-Pumpe
mit dem Neckar als Wärmequelle möglich.
Der alte Hagenbucher wäre das zentrale 'Schiffsteil' des fiktiven
Schiffskörpers. Die Zwischenräume der drei Gebäudeteile sollten,
z.B. durch verglaste Überdachungen, so verbunden werden, dass interessante
Verbindungs- und Eingangsbereiche zu den einzelnen Museen entstünden.
Auf der Museums-Insel, Teil des Neckarparks, durch Fussgänger-brücken
mit der nahen Innenstadt verbunden,
kann man sich außerdem einen
Skulpturen-Garten
als wertvolle Bereicherung vorstellen.
Dieses neu geschaffene
Kultur-Ensemble: "Museums-Insel Heilbronn"
bedeutet eine herausragende Aufwertung der Stadt Heilbronn. Stadtplaner sind
sich längst einig: Die Zukunft der Innenstädte wird sich in eine neue
Richtung entscheiden. Die urbane City entwickelt sich zum wichtigen
Kommunikationsort, zum Ort der zwischenmenschlichen Begegnung, des
gemeinschaftlichen Erlebens, der differenzierten Kultur, mit nur noch wenigen,
speziellen aber hochwertigen Einkaufsmöglichkeiten (Erlebnis-shopping).
Kino (Multiplex), Theater (Logentheater), Museen (Kunst, Technik, Archive), Aus-
und Weiterbildung (Musikschule und VHS), Sport (Eislaufstadion, Hallenbad),
Gastronomie (Gastromeile Untere Neckarstrasse), Neues Wohnen, das wird das neue
urbane Heilbronner Stadtzentrum der Zukunft.
Das Gesamtprojekt
Museums-Insel Heilbronn
lässt sich ohne Sponsoren und ohne Gründung eines Vereins nicht
verwirklichen. Die Einbindung von Sponsoren für die einzelnen Technikgebiete
in einen gemeinnützigen Verein (Museums-Insel Heilbronn e.V.) ist möglich,
da weder die Namensgebung (Museums-Insel Heilbronn) noch die Raumsituation des
Endausbaues (eigene Baukörper für die verschiedenen Museen),
Präferenzen für das eine oder andere museale Teilgebiet darstellen.
Ein gleichwertiges Miteinander ist erreichbar.
Wie in jeder Übergangszeit notwendig, muß im Hagenbucher aber
zunächst ein sich beschränkendes Eigeninteresse der verschiedenen Nutzer
eine Selbstverständlichkeit werden.
Nur gemeinsam ist das erstrebenswerte Ziel realisierbar.
Und so könnte einmal ein Luftbild von der Museums-Insel Heilbronn aussehen,
wobei das Massenmodell (rechts unten, letztes Bild) sicherlich weniger schön ausfällt
als die spätere Realität. Ein Architekten-Einladunsgwettbewerb würde
dies klar zeigen.
Alle Bürger, Interessenten der Heilbronner Technikgeschichte,
großzügige Unterstützungswillige, potente Sponsoren,
alle sind aufgerufen das Museumsprojekt zu fördern.
Kommen Sie "An Bord", steigen Sie ein in das Projekt "Museums-Insel Heilbronn".
Könnte man im "Hagenbucher-Schiff" nicht über ein "Würth-Deck", ein
"Arthur-Fischer-Deck" oder über ein "Lufthansa-Deck" nachdenken?
Der Heilbronner Alexander Baumann, Flugzeugkonstrukteur und Visionär eines
Weltluftverkehrs, mit seinen Riesenflugzeugen von 1915, die natürlich mit
Maybach-Flugmotoren ausgerüstet waren, könnte z.B. durch Mithilfe der
Deutschen Lufthansa endlich seine ihm schon lange zustehendn Würdigung
im Hagenbucher erfahren. . . .
doerner@ifb.uni-stuttgart.de
Seit 5. Mai 1999